Brustkrebs (Mammakarzinom)
Die wichtigsten Risikofaktoren sind wenn Mutter oder Schwester in einem Alter von unter 40 Jahren an Brustkrebs erkrankt sind, wenn bestimmte genetische Veränderungen entdeckt wurden oder wenn Vorläufererkrankungen in der Brust aufgetreten sind. Auch wenn Brustkrebs schon einmal gefunden wurde, ist das Risiko in der zweiten Brust an Krebs zu erkranken erhöht.
Erste Anzeichen sind oft Knoten in oder Hautveränderungen an der Brust. Durch konsequente Vorsorgeuntersuchungen kann Brustkrebs oft schon früh entdeckt werden.
Zwei Drittel aller Brustkrebse können heute brusterhaltend operiert werden. Ist der Krebs schon weit fortgeschritten, muss aber die gesamte Brust entfernt werden.
Nach der Operation folgt meistens eine Strahlentherapie und möglicherweise eine Chemotherapie. Nach Abschluss dieser Behandlungen wird meist fünf Jahre lang eine Hormonbehandlung notwendig, um das erneute Auftreten des Krebses zu verhindern.
Patientinnen, bei denen der Krebs nicht geheilt werden kann, leben heute mit einer wesentlich höheren Lebensqualität als früher. Für sie stehen zahlreiche Maßnahmen zur Linderung der Beschwerden sowie ergänzende Maßnahmen zur Verfügung. Für viele Patienten ist auch eine Betreuung zu Hause möglich.
Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung im deutschen Sprachraum. Es sind vorwiegend Frauen davon betroffen, rund 130 bis 140 von 100.000 Frauen erkranken pro Jahr. Nur jeder hundertste Erkrankte ist ein Mann. Das bedeutet aber, dass etwa jede achte bis zehnte Frau irgendwann in ihrem Leben von der Erkrankung betroffen ist.
Die Krankheit wird bei Frauen meist zwischen dem 45. und 65. Lebensjahr entdeckt, bei Männern zwischen dem 60. und 70. Lebensjahr.
Die Häufigkeit der Erkrankung hat in den letzten Jahren zugenommen, die Ursachen dafür sind unbekannt. Außerdem wird beobachtet, dass zunehmend jüngere Frauen an Brustkrebs erkranken. Die Anzahl der betroffenen Frauen zwischen 25 und 45 hat in den letzen 20 Jahren um mehr als 30 Prozent zu genommen. Durch Vorsorgeuntersuchungen konnten aber mehr Tumoren entdeckt werden und Krebs in einem früheren Stadium der Erkrankung festgestellt werden. Das und verbesserte Behandlungsmethoden haben das Risiko, an Brustkrebs zu sterben deutlich gesenkt.
Ursachen
Krebszellen entstehen auch beim gesunden Menschen dauernd. Üblicherweise sterben sie von selbst ab oder werden vom Abwehrsystem unschädlich gemacht. Dabei spielt der so genannte programmierte Zelltod (Apoptose) - ein Schutzmechanismus, der entartete Zellen zum "Selbstmord" auffordert - eine zentrale Rolle. Warum es manche Krebszellen schaffen, trotzdem am Leben zu bleiben und sich auch ungestört zu vermehren, ist nicht ganz geklärt. Sicher ist, dass es nie eine einzige Ursache allein ist, die zu einer Krebserkrankung führt, sondern dass mehrere Faktoren sehr komplex zusammenwirken müssen, um Krebs auszulösen.
Einige Risikofaktoren kann man selbst beeinflussen, während andere lediglich Informationen liefern, die zum Verständnis der Erkrankung beitragen.
- Bei älteren Menschen ist das Risiko, an Krebs zu erkranken, generell höher. Das ist auch bei Brustkrebs so. Ab dem 50. Lebensjahr steigt das Risiko an. Ein zweiter Gipfel liegt allerdings in den letzten Jahren, in denen es noch möglich ist Kinder zu bekommen.
- Eine Rolle der Ernährung wird angenommen, weil die Häufigkeit von Brustkrebs in Ländern Asiens, in denen die Nahrung weniger Fett enthält, niedriger ist. Andererseits erkranken übergewichtige Frauen häufiger. Daraus kann die Empfehlung abgeleitet werden, den Kalorien- und Fettgehalt der Nahrung zu reduzieren. Die wissenschaftlichen Daten stützen jedoch nicht die Annahme, dass man eine sogenannte "Krebsdiät" definieren könnte, die imstande wäre, Brustkrebs zu verhindern. Extreme Umstellungen bei der Ernährung beeinflussen die eigene Lebensqualität nachteilig und können zudem keinen Krebs verhindern. Gesunde Ernährung mit viel Obst und Gemüse ist dagegen sicherlich und aus vielen Gründen von Vorteil.
- Bei einem mäßigen Alkoholgenuss steigt das Risiko etwa um das Eineinhalbfache.
- Wer häufig radioaktiven Strahlen ausgesetzt ist, hat ein erhöhtes Brustkrebsrisiko. So erkranken Frauen, die unter Tuberkulose leiden und bei denen daher häufig Röntgenuntersuchungen gemacht werden, öfter an Brustkrebs. Ebenso erkranken Frauen nach einer Strahlentherapie bei Krebserkrankungen wie Morbus Hodgkin oder einem Thymom häufiger.
- Einen geringen Einfluss auf die Entstehung von Brustkrebs hat auch die Anzahl der Geburten und der Zeitpunkt, zu dem das erste Kind geboren wurde. Hat die erste Geburt vor dem 18. Lebensjahr stattgefunden, ist das Krebsrisiko um bis zu 60 Prozent geringer als bei Frauen, die erst nach dreißig das erste Kind bekommen haben.
- Ist die erste Regelblutung zu einem frühen Zeitpunkt eingetreten und haben die Wechseljahre spät angefangen, erhöht sich das Risiko.
- Auch bei einem hohen Östrogenspiegel nach den Wechseljahren steigt das Brustkrebsrisiko. Ob die Einnahme von Hormonen nach dem Wechsel dazu beiträgt, dass die Krankheit öfter auftritt, ist noch nicht eindeutig geklärt. Es gibt Hinweise auf eine kurzfristige Erhöhung, nach dem Absetzen der Medikamente scheint es längerfristig dagegen keine Auswirkungen zu geben.
- Die Einnahme der Pille hat kaum Auswirkungen auf das Brustkrebsrisiko - es steigt lediglich auf das 1,24-fache gegen über Frauen, die keine Pille nehmen.
- Veränderungen der Erbanlagen, sogenannte Mutationen von den Genen p53, BRCA-1, BRCA-2 spielen eine Rolle bei der Krebsentstehung. Das betrifft etwa 5 Prozent aller Brustkrebserkrankungen.
Das veränderte p53-Gen wird bei nicht familiär bedingtem Brustkrebs bei etwa der Hälfte aller Frauen gefunden. - Beide BRCA-Gene sind für die ererbte Form des Brustkrebses verantwortlich. Trägerinnen der Gene haben gegenüber dem Ausgangsrisiko aller Frauen von etwa elf Prozent ein erhöhtes, etwa 80-prozentiges Risiko, im Laufe ihres Lebens einen Brustkrebs zu entwickeln. Über die Hälfte aller Frauen mit Veränderungen in BRCA-Genen erkranken schon vor dem Alter von 50 Jahren an Brustkrebs. Aus das Risiko für Eierstockkrebs ist - insbesondere bei BRCA1-Trägerinnen - erhöht. Zusätzlich gehen die Veränderungen auch mit einem erhöhten Risiko für Dickdarmkrebs, einem nochmaligen Auftreten von Brustkrebs und bei Männern mit Prostatakrebs einher.
- Es wurde festgestellt, dass es Familien gibt, in denen mehrere Verwandte ersten Grades über Generationen hinweg an Brustkrebs erkrankt sind. In diesen Familien tritt der Krebs meist in jungen Jahren und oft in beiden Brüsten auf. Frauen, die zu solchen Familien gehören haben ein hohes Brustkrebsrisiko.
Aber auch Frauen, bei denen nahe Verwandte an Krebs erkrankt sind, ohne dass mehrere Generationen betroffen sind, tragen möglicherweise veränderte Erbanlagen in sich und haben dadurch ein erhöhtes Krebsrisiko
Begünstigende Krankheiten
- Eine Mastopathie begünstigt das Entstehen von Brustkrebs. Bei dieser Krankheit kommt es zu Veränderungen in der Brust. Es können sich spürbare Knoten, Verhärtungen und Zysten bilden. Die Krankheit macht sich auch durch Schmerzen und gelegentlich durch blutigen Ausfluss aus der Brust bemerkbar. Die Beschwerden häufen sich kurz vor der Menstruation.
- Eine gesunde Ernährung mit viel frischem Obst und Gemüse trägt dazu bei das Krebsrisiko zu senken.
- Das Vermeiden von Übergewicht senkt das Brustkrebsrisiko.
- Eine Verminderung des Alkoholkonsums vermindert das Risiko ebenfalls.
- Bewegung wirkt sich positiv aus. Dafür dürfte es viele Gründe geben. Zum einen haben Menschen, die viel Sport betreiben, oft auch ein gesteigertes Körperbewusstsein, zum anderen scheint sich Sport auf die Hormonproduktion des Körpers auszuwirken.
Frauen, die mindestens vier Stunden in der Woche Sport betreiben, senken ihr Brustkrebsrisiko auf 65 Prozent gegenüber dem Durchschnitt. - Werden die Eierstöcke vor dem 35. Lebensjahr entfernt, vermindert das das Krebsrisiko.
- Bei Frauen, die schon einmal an Brustkrebs erkrankt waren, sinkt durch die Einnahme von Tamoxifen das Brustkrebsrisiko deutlich.
- Für Trägerinnen der BRCA-Gene werden besonders engmaschige Früherkennungsmaßnahmen empfohlen. Die Betroffenen sollten die Vorbeugungsmaßnahmen (Normalgewicht, regelmäßiger Sport, gesunde Ernährung, nicht rauchen, mäßig Alkohol) besonders ernst nehmen. Eine Therapie mit Antiöstrogenen (Raloxifen, Tamoxifen) kann das Risiko der Brustkrebsentstehung um mindestens ein Drittel vermindern. Eine vorbeugende Entfernung beider Brüste wird vor allem in den USA empfohlen und durchgeführt und senkt das Risiko um über 90 Prozent. Eine vorbeugende Entfernung der Eierstöcke senkt nicht nur das Eierstockkrebsrisiko auf nahezu null, sondern vermindert auch das Brustkrebsrisiko durch die Verminderung der Östrogenproduktion.
Früherkennung
Brustkrebs kann durch gut durchgeführte, regelmäßige Selbstuntersuchungen der Brüste oft schon in einem frühen Stadium erkannt werden. Meist können so Verhärtungen, Knoten oder Hautveränderungen schon frühzeitig bemerkt werden. Dann ist es wichtig, bald zum Arzt zu gehen. Die Selbstuntersuchungen sollten aber auf jeden Fall durch regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen ergänzt werden.
Selbstuntersuchung der Brust
Um Brustkrebs früh zu erkennen, ist es empfehlenswert einmal im Monat beide Brüste genau zu untersuchen. Dabei ist es wichtig, auf neu auftretende Knoten oder sonstige Veränderungen zu achten.
Die Untersuchung sollt innerhalb der ersten zehn Tage nach der Regelblutung erfolgen. Das Abtasten der Brust macht man am besten beim Baden oder beim Eincremen der Haut. Vor allem bei jungen Frauen sind Veränderungen meist gutartig. Trotzdem ist es wichtig, beim Auftreten von verdächtigen Symptomen bald zum Arzt zu gehen und eine genaue Untersuchung durchführen zu lassen. Die Selbstuntersuchungen funktioniert so:
- Vor dem Spiegel zunächst mit beiden Armen in den Hüften die Brüste auf eine Vergrößerung prüfen. Darauf achten, ob sich die Lage der Brust verändert hat oder ob sich eine Brust deutlich von der anderen unterscheidet.
- Dann die Arme heben. Dabei sollten beide Brüste der Aufwärtsbewegung der Arme folgen. Die Brustwarzen sollten sich etwa auf gleicher Höhe befinden. Es ist wichtig, auf Veränderungen zu der Untersuchung vor einem Monat zu achten.
- Der dritte Schritt der Selbstuntersuchung erfolgt auf dem Rücken liegend. Beide Brüste sollen untersucht werden. Der Arm, der sich auf der Seite der zu untersuchenden Brust befindet wird kräftig nach hinten gestreckt. Mit der anderen Hand wird die Brust abgetastet. Die Finger sollten dabei geschlossen sein. Die Untersuchung sollte immer auf die gleiche Weise durchgeführt werden. Es ist wichtig alle Bereiche der Brust genau abzutasten, vom Brustbein aus zur Brustmitte, danach vom äußeren Rand der Brust wieder zur Brustmitte hin; dann vom oberen Ansatz der Brust nach unten hin, und zurück. Auch die Umgebung der Brustwarzen und die Brustwarzen selbst sollten abgetastet werden.
- Die letzte Untersuchung erfolgt im Stehen oder im Sitzen. Dabei wird eine Hand unter die Brust gelegt und die Brust leicht hochgehoben. Mit der anderen Hand wird dann die Brust abgetastet. Durch leichtes Zusammendrücken der Brustwarzen kann geprüft werden, ob ein Sekret aus der Brustwarze austritt.
Vorsorgeuntersuchungen
Durch Vorsorgeuntersuchungen kann ein Brustkrebs in einem frühen Stadium entdeckt werden. Dadurch erhöhen sich die Heilungschancen beträchtlich. Vorsorgeuntersuchungen können jedoch keinen Krebs verhindern.
- Alle Frauen zwischen dem 35. und 40. Lebensjahr sollten eine einmalige Basismammografie durchführen lassen. Wichtig ist es ein spezialisiertes Zentrum und erfahrene Befunder zu wählen. Ab dem 40. Lebensjahr sind möglicherweise regelmäßige Selbstuntersuchungen alle zwei Jahre sinnvoll.
- Der Arzt tastet die Brust ab, zusätzlich untersucht er die Achselhöhlen. Dabei achtet er auf Auffälligkeiten, Knoten, Verhärtungen oder sonstige Veränderungen, außerdem prüft er die Achsellymphknoten auf eine Vergrößerung.
- Für Frauen, bei denen eine erhöhtes Brustkrebsrisiko festgestellt wurde, ist ab dem 35. Lebensjahr möglicherweise eine Mammografie empfehlenswert. Die Mammografie sollte dann in regelmäßigen Abständen durchgeführt werden. Bei Frauen mit einem erhöhten Risiko sind Untersuchungen in regelmäßigen Abständen vorteilhaft.
Auch wenn bei einer Mammografie ein Krebsverdacht festgestellt wird, bedeutet das nicht, das es sich tatsächlich um Krebs handelt. Es kommt relativ häufig zu falschen Ergebnissen, sodass öfter ein möglicher Krebs festgestellt als er letztlich tatsächlich vorhanden ist.
Beschwerden
- Am weitaus häufigsten bemerken Frauen Brustkrebs durch Verhärtungen oder Knoten in der Brust.
- Bei etwa jeder fünften Frau spannt die Brust, oder es kommt zu Schmerzen.
- Weniger häufig zieht sich die Brustwarze ein.
- Gelegentlich entzünden sich Teile der Brust.
- Auch Hautveränderungen, die der Orangenhaut ähneln, treten manchmal auf.
- Selten ist ein aus der Brustwarze austretendes Sekret die erste Beschwerde.
- Allgemeine Beschwerden wie ein Leistungsabfall, Müdigkeit und Gewichtsabnahme treten erst auf, wenn der Tumor schon groß ist.
Wenn diese Beschwerden auftreten, muss es sich nicht um Krebs handeln. Sie treten auch bei einigen anderen Krankheiten, etwa Entzündungen oder gutartigen Geschwülsten, auf.
Ob die Beschwerden auf eine Krebserkrankung zurückzuführen sind, kann dann innerhalb weniger Tage geklärt werden. Um festzustellen, ob diese Beschwerden wirklich durch Krebs hervorgerufen werden, sind umfangreiche Untersuchungen notwendig. Viele Patientinnen sind unsicher und nervös, bis sie das Ergebnis dieser Untersuchungen erfahren. Oft helfen Gespräche mit Angehörigen oder Freunden in dieser schwierigen Zeit. Für manche Patientinnen kann es auch sinnvoll sein, professionelle psychotherapeutische Hilfe in Anspruch zu nehmen.
Diagnose
Die genaue Diagnose ist entscheidend für die Wahl der richtigen Behandlung.
Untersuchungen zur Feststellung der Lage und Ausbreitung des Tumor sowie des Stadiums sollten von einem darauf spezialisierten Arzt durchgeführt werden.
Folgende Untersuchungen geben Aufschluss über das Stadium der Erkrankung. Allerdings werden nicht alle diese Untersuchungen durchgeführt. Manche sind nur notwendig, wenn bestimmte Fragen, die für die Behandlung wichtig sind, beantwortet werden müssen.
- Der Arzt tastet die Brust genau ab, zusätzlich untersucht er die Achselhöhlen. Dabei achter er auf Auffälligkeiten, Knoten, Verhärtungen oder sonstige Veränderungen, außerdem prüft er die Achsellymphknoten auf eine Vergrößerung. Zudem erkundigt er sich, ob in der Familie Brustkrebs schon einmal aufgetreten ist.
- Die Selbstuntersuchungen ist eine Röntgenuntersuchungen der Brust. Dabei werden von den Brüsten Röntgenbilder angefertigt. Sie ist die wichtigste Untersuchung, um einen Tumor festzustellen. Auch schon kleinste Geschwülste können so entdeckt werden. Durch die Untersuchung kann sowohl die Lage als auch die Größe eines Tumor festgestellt werden. Die Untersuchung wird immer gemacht, wenn beim Abtasten ein Verdacht auf Brustkrebs entstanden ist.
Bei einer möglicherweise notwendigen zweiten Mammografie kann der Tumor, wenn er sehr klein ist mit einem kleinen Splint markiert werden. Sie dient der Durchführung der Operation. Dadurch kann während der Operation die genaue Position des Tumor sicher bestimmt werden. - Wenn Sekret aus der Brustdrüse austritt, oder diese blutet wird eine sogenannte Galaktografie gemacht. Dies ist wie die Mammografie eine Röntgenuntersuchung, bei dieser wird jedoch ein Kontrastmittel eingesetzt. Dadurch können sogar einzelne Milchkanäle dargestellt werden.
- Eine entdeckte Geschwulst kann durch eine Feinnadelpunktion oder durch eine Stanzbiopsie mit Hilfe einer Hohlnadel untersucht werden. Dabei erfolgt eine örtliche Betäubung. Die Untersuchung dient zur Gewebeentnahme (Biopsie). Die gewonnenen Gewebeproben werden dann von einem Pathologen im Labor untersucht. So kann festgestellt werden, ob der Tumor gutartig oder bösartig ist. Außerdem kann die genaue Tumorart festgestellt werden. Dies ist wichtig, um die Aggressivität des Krebses einschätzen zu können. Unter Umständen wird noch während dieser Gewebeentnahme klar, dass es sich um Krebs handelt. Deshalb wird sie so durchgeführt, dass noch während des Eingriffs weiter operiert werden kann. Wird erst im Labor entdeckt, dass es sich um bösartige Zellen handelt, muss ein zweiter Eingriff erfolgen. Dies hat aber keine negative Auswirkungen auf die Heilungschancen.
- Eine sogenannte Sentinel-Lymphknotenmarkierung dient dazu, den ersten Lymphknoten zu finden, in den möglicherweise Tumorzellen vom Tumor aus gelangt sein könnten. Dazu wird an mehreren Stellen um den Tumor herum eine radioaktive Substanz, die manchmal mit blauem Farbstoff kombiniert wird in die Haut injiziert. Der Weg dieser Substanz wird durch eine oder mehrere Aufnahmen verfolgt. Die Substanz wird über die selben Lymphwege wie möglicherweise auch Tumorzellen nehmen vom Tumor zum ersten Lymphknoten weiter geleitet. Dadurch wird der Lymphknoten markiert. Der Operateur kann mit Hilfe eines tragbaren Geigerzählers den Lymphknoten genau erkennen und entfernen. Dieser wird anschließend durch einen Pathologen noch während der Opertation untersucht. Möglicherweise kann so auf eine umfangreiche Entfernung der Lympknoten, mit all den möglichen Komplikationen verzichtet werden.
- Eine Röntgenuntersuchungen des Brustkorbes wird gemacht, um Metastasen in der Lunge zu entdecken. Zusätzlich dient sie der Vorbereitung auf eine geplante Operation.
- Die Szintigrafie des Skeletts gemacht um Metastasen in den Knochen auszuschließen.
- Bei einem tastbaren Knoten wird die Mammografie durch eine Ultraschalluntersuchung der Brust ergänzt.
- Die Ultraschalluntersuchung des Oberbauches dient dem Feststellen von Lebermetastasen.
- An Stelle der Ultraschalluntersuchung kann auch eine Computertomografie (CT) des Oberbauchs gemacht werden, um nach Lebermetastasen zu suchen.
- Bei unklaren Befunden wird eine Magnetresonanz-Tomografie (MRT) der Brust durchgeführt.
- Wenn in der Familie gehäuft Brustkrebs- und/oder Eierstockkrebsfälle vorkommen, dann kann eine genetische Untersuchung sinnvoll sein. Mit ihrer Hilfe kann eine Veränderung des BRCA-1- oder des BRCA-2-Gens entdeckt werden. Dieser genetischen Untersuchung sollte jedoch unbedingt eine psychologische Beratung vorangehen, damit die Frau eine individuelle Entscheidung („Will ich es wissen oder nicht? Was bedeutet das für mein Leben?“) treffen kann.
Ergebnis der Untersuchungen
Brustkrebs kann in Tumore, die nicht "einwachsen" (so genannte nicht-invasive Karzinome) und "einwachsende" (so genannte invasive Karzinome) unterteilt werden. Nicht-invasive Karzinome gelten als Krebsvorstufe.
Durch die verbesserten Früherkennungsverfahren können zunehmend auch die nicht invasiven Karzinome entdeckt werden. Jeder zehnte bis fünfte Brustkrebs zählt zu diesem Typ. In der Regel lässt sich diese Krebsart nicht ertasten, sondern wird bei einer Mammografie entdeckt. Er bildet sich innerhalb der Brustdrüsengänge und ist eine Frühform der invasiven Karzinome. Die Behandlung der beiden Krebsformen ist unterschiedlich.
Die Mehrzahl der Tumoren wird im oberen außen liegenden Viertel der Brust gefunden. Etwas über zehn Prozent entstehen direkt an der Brustwarze. Die anderen finden sich an verschiedenen Stellen der Brust.
Zum Zeitpunkt der Diagnose sind zwischen 80 und 90 Prozent aller Brustkrebstumoren operierbar. Weniger als zehn Prozent werden in den Stadien 3 oder 4 gefunden. Bei etwa 60 Prozent aller Patientinnen bilden sich im Laufe der Erkrankung Metastasen.
Die Krebszellen werden leicht durch das Blut oder die Lymphflüssigkeit fortgerissen und breiten sich über die Lymph- oder Blutbahnen aus, bis sie sich in den Achsellymphknoten oder weiter entfernten Teilen des Körpers wie etwa Lunge, Knochen, Leber, Haut, Eierstöcken oder im Zentralnervensystem festsetzen und dort Metastasen bilden.
Stadien bei Brustkrebs
Nachdem die vollständige Diagnostik durchgeführt wurde, steht das Stadium der Krebserkrankung fest. Oft kann dieses aber erst nach einer Operation mit Bestimmtheit angegeben werden, wenn entnommene Lymphknoten oder andere Gewebeproben durch einen Pathologen untersucht worden sind.
Die Stadien bei Brustkrebs werden nach der internationalen TNM-Klassifikation eingeteilt. Diese richtet sich vor allem danach, wie tief der Tumor in das Organ eingedrungen ist, ob Lymphknoten befallen sind oder Metastasen in anderen Organen vorliegen.
Zusätzliche Informationen werden aus dem Grad der Differenzierung des Tumorzellen - die die Aggressivität des Tumors ausmacht - und dem Vorkommen von Hormonrezeptoren (Andockstellen) für die Hormone Östrogen und Progesteron auf den Tumorzellen gezogen.
Ganz entscheidend ist in den letzten Jahren die Untersuchung der HER2/neu-Rezeptoren (human epidermal growth receptor 2). Frauen, bei denen diese "Andockstellen" vorhanden sind, profitieren von einer Behandlung mit dem Antikörper Trastuzumab.
Behandlung
Die Wahl der Behandlungsmethoden hängt vor allem vom Stadien bei Brustkrebs, von den Hormonrezeptoren und der Aggressivität des Tumors, zum Teil aber auch vom Gesundheitszustand der Patientin und weiteren individuellen Faktoren ab. Nach dem die Diagnose des Stadiums vorliegt, schlägt der Arzt die weitere Behandlung vor. Die Auswirkungen der jeweiligen Behandlungsmethoden sind unterschiedlich, daher ist es wichtig eine zweite ärztliche Meinung über die weitere Vorgehensweise einzuholen.
Die Standardtherapie bei Brustkrebs richtet sich nach dem Stadium der Erkrankung.
In den Stadien 1 und 2 ist eine brusterhaltende Operation meist möglich. Zusätzlich wird die Brust bestrahlt. Ist der Tumor größer, wird vor der Operation eine vorbereitende (neoadjuvante) Chemotherapie gemacht und/oder eine unterstützende (adjuvante) Chemotherapie nach der Operation.
Im Stadium 3 ist meist eine umfangreichere Operation erforderlich. Durch immer besser werdende Brustrekonstruktionsverfahren fallen jedoch viele der vor allem seelischen Belastungen, ohne Brust leben zu müssen, weg.
Im Stadium 4 können meist nur beschwerdelindernde Verfahren eingesetzt werden. Dabei wird ein brusterhaltendes Behandlungskonzept angewandt. Dadurch kann eine verbesserte Lebensqualität für die Patientin und für viele auch eine Lebensverlängerung erreicht werden.
Heilungschancen
Grundsätzlich gilt: Je früher der Krebs erkannt wird, desto besser. Die Heilungschancen bei Brustkrebs sind - wie bei anderen Krebsformen auch - stark vom Stadium der Erkrankung, vom Übergreifen auf die Lymphknoten und dem Alter der Patientin abhängig.
Die entscheidenden Prognosefaktoren sind die Größe des Tumors, ob ein Befall der Lymphknoten vorliegt, und wie viele Lymphknoten befallen waren. Weitere entscheidende Prognosefaktoren, sind das Vorhandensein von Hormon- und HER2/neu-Rezeptoren sowie die Aggressivität (der so genannte Differenzierungsgrad) des Tumors. Patientinnen, bei denen der Krebs noch vor den Wechseljahren aufgetreten ist, haben eine bessere Prognose. Nicht invasive Karzinome haben ausgezeichnete Heilungschancen. Nach einer gut durchgeführten vollständigen Entfernung der Brust können alle Patientinnen damit rechnen, geheilt zu sein. Wurde ein brusterhaltendes Verfahren gewählt, hängen die Heilungschancen von der Größe des Tumors ab. Bei invasiven Karzinomen ergeben sich je nach Tumorgröße und Lymphknotenbefall folgende Fünf-Jahres-Überlebensraten. Entscheidend ist auch hier, wie gut die Behandlung durchgeführt wurde, und das Alter der Patientin.
| Heilungschancen je nach Tumorgröße: | |
| kleiner als 0,5 Zentimeter: | 96 Prozent |
| 0,5 bis 0,9 Zentimeter: | 95 Prozent |
| 1 bis 1,9 Zentimeter: | 86 Prozent |
| 2 bis 2,9 Zentimeter: | 84 Prozent |
| 3 bis 3,9 Zentimeter: | 77 Prozent |
| 4 bis 4,9 Zentimeter: | 70 Prozent |
| über 5 Zentimeter: | 63 Prozent |
| Heilungschancen je nach Lymphknotenbefall: | |
| 0 Lymphknoten befallen: | 89 Prozent |
| 1 Lymphknoten befallen: | 79 Prozent |
| 2 Lymphknoten befallen: | 77 Prozent |
| 3 Lymphknoten befallen: | 72 Prozent |
| 4 bis 6 Lymphknoten befallen: | 63 Prozent |
| 7 bis 10 Lymphknoten befallen: | 50 Prozent |
| 11 bis 16 Lymphknoten befallen: | 46 Prozent |
| mehr als 16 Lymphknoten befallen: | 33 Prozent |
Die Zahlen beruhen auf einer Untersuchung des Tumorzentrums München.
Chirurgische Maßnahmen
Eine Operation ist bei den meisten Patientinnen mit Brustkrebs unumgänglich. Früher war es üblich, die gesamte Brust zu entfernen. Heute ist das jedoch nicht mehr der Fall. Bei etwa 70 Prozent aller Patientinnen ist eine Brusterhaltung heute möglich. Auch bei Krebs in fortgeschrittenen Stadien ist die Selbstuntersuchungen oft nicht mehr so umfangreich wie früher. Zudem stehen heute auch nach einem größeren Eingriff zahlreiche Verfahren zur Brustrekonstruktionsverfahren zur Verfügung.
Bei allen Eingriffen außer bei manchen nicht invasiven Karzinomen (DCIS) ist eine Entfernung der Lymphknoten unter den Achseln notwendig, da sich die Krebszellen leicht dorthin ausbreiten. Die Lymphknotenentfernung ist jedoch für einen großen Teil der Nebenwirkungen der Operation verantwortlich.
Heute wird in großen Zentren die „Wächter-Lymphknoten-Methode“ (Sentinel-Methode) durchgeführt, wobei nur der erste Lymphknoten entfernt wird. Wenn der erste Lymphknoten (der "Wächter") tumorfrei ist, können alle anderen Lymphknoten belassen werden, weil ein Befall dieser Lymphknoten dann extrem unwahrscheinlich ist. Diese Methode ist wesentlich schonender als die herkömmliche Ausräumung der ganzen Achselhöhle und verringert auch ganz erheblich das Risiko für ein Lymphödem nach der Operation.
Da Brustkrebs zunehmend in früheren Stadien entdeckt wird, sind auch die Nebenwirkungen geringer.
Stadien 1 und 2: Brusterhaltende Operationen
Sie sind das Standardverfahren bei Brustkrebs in den Stadien 1 und 2. Der Umfang des Eingriffs wird an die Lage und an den genauen Entstehungsort des Tumors angepasst. Besonders Tumoren, die kleiner als zwei Zentimeter sind, können erhaltend operiert werden. Eine brusterhaltende Operation kann bei größeren Tumoren auch nach einer Chemotherapie durchgeführt werden. Allerdings nur wenn der Tumor auf die Chemotherapie anspricht und kleiner wird. Durch die Abfolge Chemotherapie und nachfolgende Operation ist es heute immer öfter möglich, dass trotz Krebs ein großer Teil der Brust erhalten bleibt.
Bei kleinen Tumoren kann der Eingriff auf den Tumor selbst und seine unmittelbare Umgebung beschränkt werden. Diese Technik wird Tumorektomie genannt - oft wird auch der englische Ausdruck "lumpectomy" verwendet (lump = Knoten, Tumor). Bei der Operation wird sicherheitshalber auch gesundes Gewebe rund um die Geschwulst entfernt.
Bei einer so genannten Segmetresektion wird nur der betroffene Teil der Brust entfernt.
Ist der Tumor größer, muss möglicherweise ein ganzes Viertel der Brust entfernt werden, um den Krebs sicher zu entfernen. Dieses Verfahren wird Quadrantenresektion genannt.
Bei der Operation werden bogenförmige Schnitte gemacht, um ein gutes kosmetisches Ergebnis zu erzielen.
Es kann jedoch Situationen geben, bei denen auch in frühen Stadien eine brusterhaltende Operation unmöglich ist. Das ist der Fall bei mehrfachen Tumoren, diffusen Verkalkungen, wenn die Lymphgefäße stark befallen sind oder der Tumor in Blutgefäße hineingewachsen ist. In diesen Situationen ist eine modifizierte radikale Mastektomie wie sie in Stadium 3 und 4 angewendet wird, Therapie der Wahl.
Nach dem chirurgischen Eingriff erfolgt bei invasiven Karzinomen eine Strahlentherapie, um ein erneutes Ausbrechen der Krankheit zu verhindern.
Stadium 3: Mastektomie (Brustentfernung)
Ist der Tumor in die Haut oder die Brustwand eingewachsen, ist die so genannte modifizierte radikale Mastektomie - die Brustentfernung - das derzeitige Standardverfahren. Sie wird angewendet, wenn das Verhältnis zwischen Tumorgröße und Brustgröße eine Brusterhaltung unmöglich macht. Bei dem Eingriff werden die Milchdrüsen entfernt. Außerdem wird das Bindegewebe, das die Brust aufbaut, mit entfernt. Zusätzlich muss auch die Bindegewebshülle um den Brustmuskel entfernt werden. Gegenüber früheren Vorgehensweisen wird heute der Brustmuskel jedoch nicht mehr entnommen, eine teilweise Entfernung ist nur dann notwendig, wenn der Tumor in den Muskel vorgedrungen ist. Durch die gegenüber früher veränderte Vorgehensweise werden gute Ergebnisse bei einer nachfolgenden Brustrekonstruktionsverfahren möglich.
Bei vielen Patientinnen kann auch in diesen Stadien versucht werden, durch eine Chemotherapie vor dem chirurgischen Eingriff den Tumor zu verkleinern. Dadurch kann möglicherweise auch in diesen Stadien noch eine brusterhaltende Operation durchgeführt werden.
Nach der Operation wird eine Strahlentherapie durchgeführt, um das Wiederauftreten des Krebses zu verhindern.
Chirurgische Behandlung des DCIS
Bei Patientinnen, bei denen eine Frühform des Brustkrebses - das "duktale carcinoma in situ" (DCIS) - entdeckt wurde, ist früher immer eine Brustentfernung durchgeführt worden. Der Grund für dieses umfangreiche Vorgehen war, dass diese Krebsart oft neuerlich auftrat. Heute wird meistens eine brusterhaltende Operation durchgeführt. Entscheidend dabei ist, ob beim Schnitt ein Sicherheitsabstand eingehalten werden kann. Auf eine Entfernung der Achsellymphknoten wird verzichtet, wenn festgestellt wird, dass es sich tatsächlich um ein DICS handelt. Das Wiederauftreten des Krebses nach der Operation soll durch eine Strahlentherapie verhindert werden.
Die Wahl der Betäubung
Für die Operation ist eine Vollnarkose notwendig.
Eine gut durchgeführte Schmerzbehandlung während und nach der Operation verringert die Beschwerden beträchtlich.
Risiken und Komplikationen
Ein Brustkrebsoperation kann je nach Umfang des Eingriffs unterschiedlich große Nebenwirkungen haben. Vor allem die Lymphknotenentfernung unter den Achseln führt zu Beschwerden nach der Operation, da in der Region einige wichtige Nerven verlaufen.
Die Verletzung verschiedener Nerven kann dazu führen, dass die Hautoberfläche des Oberarms gefühllos wird, weiters kann es zu einer Schwächung der Brustmuskels kommen.
Durch die Entfernung der Lymphknoten ist der Lymphabfluss im entsprechenden Arm behindert. Dadurch kann der Arm anschwellen. Vorbeugend gibt es einfache Bewegungsübungen und Kompressionsarmstrümpfe. Hitze (Sauna, heiße Bäder) sollte vermieden werden. Beim Liegen kann der Arm auf einem Kissen hochgelagert werden. Es empfiehlt sich, lockere Kleidung zu tragen, die keine einschneidenden Gummibündchen hat und die leicht an- und ausgezogen werden kann (Blusen, Jacken). Nicht schwer tragen! Vorbeugend und als Behandlung bei bereits eingetretenem Lymphödem ist eine Lymphdrainage empfehlenswert, bei der der Stau der Lymphe durch Massage gelöst wird.
Durch Schmerzen beim Einatmen atmen viele Patientinnen flach. Dadurch kann es zum Entstehen einer Lungenentzündung kommen.
Außerdem können durch die lange Bettlägrigkeit Thrombosen entstehen.
In auf diese Behandlung spezialisierten Kliniken ist treten Nebenwirkungen seltener auf und auch die Sterblichkeitsrate bei dem Eingriff ist gering. Daher ist es wichtig, eine geeignete Klinik aufzusuchen.
Nach der Operation
Wenn die Patientin die Narkose ohne Probleme vertragen hat, kann sie schon am Tag der Operation wieder normal essen.
Um einem Lymphödem vorzubeugen können verschiedene Bewegungsübungen durchgeführt werden.
Oft treten nach der Operation Schmerzen bei der Körperpflege auf. Es ist wichtig, angebotene Hilfe auch anzunehmen.
Weil die Haut durch die Narben empfindlich ist, ist es vorteilhaft, milde Reinigungsmittel anzuwenden, auch nach der Entlassung aus dem Krankenhaus.
Die Kleidung sollte so gewählt werden, dass sie sich leicht an- und ausziehen lässt. Blusen und Jacken zum Aufknöpfen sind meist geeigneter als Pullover.
Nach der Operation ist es empfehlenswert, einen Büstenhalter zu tragen. In diesen kann, falls keine Brustrekonstruktion durchgeführt wurde, eine Prothese eingearbeitet werden so, dass der Eingriff nach außen hin nicht auffällt.
Strahlentherapie
Die Strahlentherapie wird nach der Operation als so genannte adjuvante, "unterstützende" Behandlung eingesetzt, um möglicherweise verbliebene Krebszellen zu vernichten. Die Strahlenbehandlung ist das Standardverfahren nach brusterhaltender Operation und bei höheren Stadien. Sie soll einen erneuten Krebsausbruch direkt an der Brust verhindern. Bei fortgeschrittener Erkrankung tritt ohne Strahlentherapie tritt bei 30 bis 40 Prozent aller operierten Frauen der Krebs an derselben Stelle nochmals auf. Durch die Behandlung kann dieses Risiko auf Werte zwischen fünf und zehn Prozent gesenkt werden. Ob die Behandlung sich auch positiv auf die Überlebensrate auswirkt, ist umstritten.
Bei der Strahlentherapie werden die Brust, in der der Krebs aufgetreten ist, und, wenn Tumorzellen in den Lymphknoten gefunden wurden, zusätzlich auch das Lymphgebiet von außen bestrahlt. Meist werden dabei Linearbeschleuniger, gelegentlich aber auch Kobalt-60-Geräte verwendet. Bei der Bestrahlung selbst legt sich die Patientin auf den Rücken oder die Seite.
Die Strahlentherapie beginnt erst dann, wenn der Heilungsprozess nach der Brustoperation abgeschlossen ist. Dadurch können Nebenwirkungen verringert und die kosmetischen Ergebnisse verbessert werden.
Wenn der Tumor in der Brust nicht vollständig entfernt werden konnte, kann eine nochmalige Operation erfolgen, oder bei einer Strahlentherapie eine Bestrahlung von außen mit einer inneren Bestrahlung (Brachytherapie) kombiniert werden.
Die Bestrahlung wird in der Regel fünfmal in der Woche für wenige Minuten ambulant durchgeführt und dauert in dem meisten Zentren insgesamt fünf Wochen.
Risiken und Komplikationen
Die Nebenwirkungen einer Strahlentherapie sind gering. Es treten eine Trockenheit und eine Rötung der Haut im bestrahlten Gebiet auf.
Chemotherapie
Chemotherapie werden vor der Operation als sogenannte neoadjuvante ("vorbereitende") Chemotherapie, nach der Operation als adjuvante "unterstützende Chemotherapie, oder unabhängig von der Operation, vor allem im fortgeschrittenen Krankheitsstadium als palliative "lindernde" Chemotherapie durchgeführt. Im Folgenden wird auf die Chemotherapieformen die mit einer Operation verbunden sind eingegangen, auf die palliative Chemotherapie wird bei Maßnahmen zur Linderung der Beschwerden näher eingegangen.
- Die neoadjuvante "vorbereitende" Chemotherapie wird im Stadium 3 vor einer Operation eingesetzt um eine Geschwulst zu verkleinern. Dadurch ist möglicherweise nur ein kleinerer chirurgischer Eingriff erforderlich, bei dem die Brust erhalten werden kann. Die kombinierte Vorgehensweise (Chemotherapie, Operation und Strahlentherapie) bietet gegenüber anderen Kombinationen die besten Heilungsaussichten. Wird zusätzlich noch eine Hormontherapie durchgeführt - dabei erfolgt eine langjährige Einnahme von Tamoxifen oder eines Aromatase-Hemmers (Mittel der Hormontherapie) - scheinen sich die Heilungschancen weiter zu verbessern.
- Andererseits kann die Chemotherapie auch nach einer Operation als so genanntes adjuvantes, "unterstützendes" Verfahren eingesetzt werden. Bei Patientinnen, die nur ein geringes Risiko haben, dass Krebs innerhalb der nächsten zehn Jahren wieder auftritt, wird die belastende Chemotherapie nicht durchgeführt.
Ob eine Chemotherapie durchgeführt werden soll, hängt von der Größe des Tumors, der genauen Krebsart und dem Lymphknotenbefall ab.
Die eingesetzten Medikamente (Zytostatika) hemmen die Teilung der Zellen und können deren Absterberate erhöhen. Die Standardchemotherapie derzeit ist die Kombination von Cyclophosphamid, Methotrexat und Fluorouracil oder Epirubicin mit Cyclophosphamid und eventuell einem Taxan (Docetaxel).
Die Chemotherapie wird in sogenannten "Zyklen" (vier oder sechs Zyklen) verabreicht, wobei zwischen den Zyklen drei- bis vierwöchige behandlungsfreie Abschnitte liegen. Die Therapie selbst kann heute oft an einem Tag, und bei vielen Patienten im Rahmen einer Tagesklinik verabreicht werden.
Die Behandlung beginnt, wenn die Patientin in diese Vorgehensweise einwilligt, in der Regel zwei bis vier Wochen nach einer Operation.
Risiken und Komplikationen
Bestimmte Nebenwirkungen der Chemotherapie, wie Übelkeit und Erbrechen, können durch Antiemetika verringert oder gar beseitigt werden. Weiters empfiehlt sich eine sorgfältige Ernährungsberatung für die geeignete Ernährung bei Krebs.
Je nach eingesetztem Medikament können auch Appetitlosigkeit, Müdigkeit, Blutungen oder Schleimhautentzündungen auftreten. Auch diese Beschwerden können bekämpft werden.
Es können auch Fieber oder Infektionen auftreten.
Hormontherapie
Nach der Operation wird das Tumorgewebe in einer feingeweblichen Untersuchung festgestellt und analysiert, ob und welche Hormonrezeptoren vorhanden sind. Das sind „Andockstellen“ der Krebszellen, die an die verabreichten Mittel „andocken“, wodurch diese gezielt wirksam werden. Bei HER2/neu-Rezeptoren, dockt das Mittel – also der monoklonale Antikörper – an. Sind Hormonrezeptoren vorhanden, heißt das also, dass möglicherweise im Körper verbliebene Tumorzellen mit einer Hormontherapie behandelt werden können. Bei vier von fünf Patientinnen, deren Krebszellen Rezeptoren für die verabreichten Hormone haben, ist die Hormonbehandlung von Vorteil. Die Untersuchung auf diese Rezeptoren gehört zu den Standardbestimmungen bei Brustkrebs.
Der Begriff Hormontherapie ist in der Medizin geläufig, aber bei der Brustkrebsbehandlung falsch, denn hier ist eigentlich eine Antihormontherapie gemeint, mit der die Wirkung der Hormone auf die Krebszellen gehemmt wird, sodass sie nicht weiterwachsen können.
Mittlerweile gibt es eine größere Auswahl an antihormonellen Therapieansätzen, die bekanntesten sind die Antiöstrogene und die Aromatase-Hemmer (Anastrazol, Letrozol).
Eine Hormontherapie kann sowohl alleine eingesetzt, als auch mit einer Chemotherapie kombiniert werden.
Durch die Behandlung kann das Risiko, dass der Krebs erneut auftritt, um fünf bis zehn Prozent gesenkt werden. Auch die Chance, zehn Jahre nach der Erstdiagnose noch am Leben zu sein, erhöht sich um den gleichen Wert.
Das Risiko, dass auf Grund dieser Behandlung später Gebärmutterkrebs entsteht, ist bei der Behandlung mit Tamoxifen etwas erhöht. Die positiven Wirkungen der Behandlung wiegen diesen Umstand aber bei weitem auf. Bei Nachsorgeuntersuchungen wird zudem genau auf dieses Risiko eingegangen.
Ältere Frauen, die den Wechsel bereits hinter sich haben, vertragen die Antihormontherapie besser. Bei Frauen vor den Wechseljahren führt die Hormontherapie zu einem plötzlich einsetzenden Wechsel mit oft starken Beschwerden. Dann ist eine zusätzliche Gabe von GnRH-Agonisten sinnvoll. Die Medikamente müssen meist über mehrere Jahre hinweg eingenommen werden - GnRH-Agonisten zwei bis drei Jahre, oder es wird mit Tamoxifen, gefolgt von Aromatase-Hemmern behandelt.
Antikörper-Therapie
Bei etwa einem Viertel der Brustkrebspatientinnen werden HER2/neu-Rezeptoren festgestellt. Ihre Krebszellen sprechen daher auf eine Behandlung mit dem monoklonalen Antikörper Trastuzumab an. Mit dieser noch relativ neuen Therapie konnte die Sterblichkeit um ein Drittel gesenkt werden, und es treten um die Hälfte weniger Metastasen auf. Bis Mitte 2006 wurde Trastuzumab nur bei metastasiertem Brustkrebs, kominiert mit Chemoterapie eingesetzt. Heute wird der Wirkstoff auch bei Frauen ohne Metastasen verwendet, kombiniert mit Strahlentherapie und/oder Chemotherapie. Als mögliche Nebenwirkung können bei 5 Prozent der Frauen Herzschwächen auftreten, weshalb die Behandlung, vor allem bei Frauen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen, durch Herzlstraschalluntersuchungen begleitet werden sollte.
Palliative Maßnahmen bei nicht heilbarem Krebs
Schreitet der Krebs in das Stadium 4 voran, treten eine Reihe von Beschwerden einerseits durch das Tumorwachstum, andererseits durch die entstandenen Metastasen auf. Die Verfahren ermöglichen zwar keine Heilung der Krankheit, können aber die Lebensqualität der Patientinnen verbessern.
Chemotherapie
Sind Metastasen in weit entfernt liegenden Körperteilen vorhanden, kann auch mit einer aggressiven Chemotherapie keine Heilung der Krankheit erreicht werden. Sie ist jedoch das Standardverfahren zur Linderung jener Beschwerden, die vom Tumor oder von den Metastasen verursacht werden. Da die Krankheit von Patientin zu Patientin sehr unterschiedlich verläuft, wird die Behandlung individuell auf die jeweilige Situation abgestimmt, um eine bestmögliche Lebensqualität zu erreichen.
Einzelne Metastasen in Haut, Knochen und Weichteilen müssen nicht mit einer Chemotherapie behandelt werden, sondern sie werden bei Beschwerden bestrahlt, sehr selten operativ entfernt. Bei vorhandenen Hormonrezeptoren ist die Therapie der Wahl eine mit Antihormonen.
Bei mehrfachen Metastasen können eine Chemotherapie oder eine Hormontherapie (falls Hormonrezeptoren vorhanden) gute Ergebnisse erbringen. Es kommt in der Regel zu einer Verbesserung der Lebensqualität und zu einer Lebensverlängerung. Die Chemotherapie kann auch mit einer Hormontherapie kombiniert werden.
Strahlentherapie
Die Strahlentherapie wird besonders zur Behandlung einzelner Metastasen eingesetzt. Sie ist vor allem bei Schmerzen, die durch Metastasen verursacht werden, sehr wirksam und führt innerhalb von wenigen Tagen zu einer wesentlichen Schmerzlinderung. Die Schmerzen entstehen oft dadurch, dass sich Metastasen in den Knochen oder in Weichteilen festsetzen und zu wachsen beginnen.
Eine Strahlentherapie kann außerdem bei Hautmetastasen, Metastasen in den Rückenwirbeln und Metastasen im Gehirn sinnvoll sein. Stattdessen oder zusätzlich kann bei vorhandenen Hormonrezeptoren auch mit Antihormonen behandelt werden.
Die Strahlentherapie wird oft mit einer Chemotherapie kombiniert.
Chirurgische Maßnahmen
Zur Behandlung von Schmerzen, aber auch bei anderen Problemen können auch chirurgische Maßnahmen eingesetzt werden. Metastasen in der Wirbelsäule oder in den Knochen, die eine erhöhte Gefahr eines Knochenbruchs bewirken, können durch eine Operation entfernt werden. Insgesamt sind Operationen selten, üblicher sind Strahlentherapie, Chemotherapie und Hormontherapie.
Behandlung einer Hyperkalzämie
Bei Brustkrebs kann es auch zu einer Hyperkalzämie kommen. Dabei steigt der Kalziumspiegel im Blut stark an. Das kann plötzlich passieren, der Kalziumwert kann aber auch langsam steigen.
Eine Hyperkalzämie macht sich durch folgende Beschwerden bemerkbar:
- Starkes Durstgefühl
- Verstärkter Wasserverlust mit Austrocknung der Haut, daher Verlust der Spannkraft der Haut - bewusst erzeugte Hautfalten bilden sich nicht mehr zurück, sondern bleiben stehen.
- Verstärkter Harndrang
- Verstopfung
- Müdigkeit
- Muskelschwäche
- Gewichtsverlust
- Im schlimmsten Fall kann auch ein Koma auftreten. Durch die regelmäßigen Blutuntersuchungen wird der Kalziumwert ständig kontrolliert, sodass ein Koma äußerst selten auftritt.
Als erste Maßnahme wird der Flüssigkeitsmangel durch Infusionen ausgeglichen. Bei nahezu allen Patienten wird daraufhin eine Bisphosphonattherapie angeschlossen. Ist der Kalziumspiegel sehr hoch können Glukokortikoide ein starkes Absinken von Kalzium im Blut bewirken.
Bisphosphonattherapie
Die Behandlung mit Bisphosphonaten ist eine Standardverfahren bei Brustkrebs wenn Knochenmetastasen oder eine Hyperkalzämie vorliegen und wird bei allen Patienten zur Vorbeugung der Auflösung von Knochen eingesetzt. Die Medikament vermindern den Abbau von Knochen durch die Blockade der körpereigenen "Knochenfresszellen". Dadurch kommt es zu einer gebremsten Ausbreitung des Tumors in den Knochen, weniger Schmerzen, weniger Knochenbrüchen und einer geringeren Freisetzung von Kalzium.
Dass Knochen durch bestimmte Zellen abgebaut wird ist auch bei gesunden Menschen normal. Jedoch wird Knochen gleichzeitig wieder aufgebaut. Der Knochen ist kein starres Gebilde sondern ein lebendes Gewebe. Nur dadurch ist letztlich auch die Heilung eines Knochenbruchs möglich.
Die Bisposphonate werden in die Knochen selbst eingebaut. Dadurch wird der Knochen verstärkt. Sie haben jedoch noch einen zweiten Mechanismus der bewirkt, dass die Zellen weniger Knochen abbauen können. Gleichzeitig bringt das Medikament andere Zellen, die für den Aufbau von Knochen verantwortlich sind dazu mehr Knochensubstanz zu erzeugen. Bisphosphonate erhöhen zudem die Ausscheidung von Kalzium über die Niere. Auch das senkt den Kalziumspiegel im Blut. Eine weitere Nebenwirkung der hochdosierten Bisphosphonattherapie sind auch so genannte Kiefernekrosen (Zerstörung des Kieferknochens).
Antikörper-Therapie
Auch wenn die Erkrankung nicht geheilt werden kann, ist eine Behandlung mit dem Antikörper Trastuzumab für diejenigen Frauen, deren Krebszellen die entsprechenden HER2/neu-Rezeptoren aufweisen, dazu geeignet, in Kombination mit anderen Behandlungsmöglichkeiten die Beschwerden zu lindern.
Ergänzende Maßnahmen
Komplementärmedizinische Verfahren können helfen, die Lebensqualität zu verbessern oder die Nebenwirkungen der Standardtherapie zu reduzieren.
Die Akupunktur kann Schmerzen lindern und die oft durch die Chemotherapie verursachte Übelkeit und das Erbrechen verringern, Entspannungstechniken können Muskelverspannungen lösen, Angst und Hoffnungslosigkeit reduzieren. Selbstuntersuchungen zusammen mit Hypnose verringert die Nebenwirkungen der Chemotherapie. Außerdem kann der Patient durch diese Verfahren lernen, seine Schmerzen zu kontrollieren und auch selbst zu lindern.
Die Misteltherapie kann bei einer Chemotherapie als Ergänzung hilfreich sein.
Selbstuntersuchungen kann Schmerzen, Schlafstörungen, Nervosität und Angst, die durch die Erkrankung entstanden sind, lindern.
Günstig auf die Heilung wirkt sich eine vollwertige Ernährung bei Krebs aus. Jede Art von Fasten dagegen ist bei einer Krebserkrankung gefährlich, da das zu einer Schwächung des Immunsystems führt.
Eine Beratung durch einen Psychoonkologen oder einen speziell ausgebildeten Psychologen kann helfen, das seelische Gleichgewicht wieder zu finden.
Physikalische Medizin kann die Durchblutung fördern, Entspannung bringen und die Regulierung des Lymphsystems nach der Operation deutlich beschleunigen.
Krebsschmerztherapie kann Schmerzen deutlich lindern.
Rehabilitation
Ob es für die Patientin vorteilhaft ist nach der Behandlung ein Rehabilitationszentrum aufzusuchen hängt von ihrer Situation ab. Viele Patientinnen sehnen sich danach wieder in den Kreis der Familie zurückzukehren, andere wiederum ziehen den Aufenthalt in einem Rehabilitationszentrum vor. Aber auch ambulante Rehabilitationsmaßnahmen sind möglich.
Ziel von Rehabilitationsmaßnahmen nach der Behandlung ist es, den Patientinnen wieder die Teilnahme am Berufs-, Familien- und Sozialleben zu ermöglichen.
Je nach Patientin und Schwere der Erkrankung bzw. der Krankheitsfolgen liegt der Schwerpunkt auf einer Wiedereingliederung in das Berufsleben oder auf einer Förderung sozialer Kontakte.
Eine gute Rehabilitation kann erfolgreich Schmerzen bekämpfen, die Lebensqualität durch spezielles Training verbessern und neue Lebenserfahrungen ermöglichen. Auf die Patientinnen abgestimmte Übungen lassen sie wieder an Körperkraft gewinnen, tragen aber auch dazu bei, das Selbstbewusstsein zu steigern. Wichtig ist es auch, den Hausarzt in die Rehabilitation einzubinden, das erleichtert die Schritte zurück in den Alltag.
Probleme nach einer Brustoperation
Nach einer Brustoperation kann es zu zahlreichen Beschwerden kommen. Oft treten ziehende oder stechende Schmerzen im operierten Bereich auf, die Arme lassen sich nicht mehr so bewegen wie früher, außerdem kann eine Taubheit des Oberarms zurückbleiben. Ein Anschwellen der Arme aufgrund eines Lymphödems tritt bei jeder fünften Frau auf.
Durch eine Bewegungstherapie können die Bewegungseinschränkungen vermindert, manchmal sogar ganz behoben werden. Je früher damit begonnen wird und je konsequenter sie durchgeführt wird, umso besser.
Es ist wichtig, beim ersten Anzeichen eines Anschwellens der Arme den behandelnden Arzt aufzusuchen. Später macht sich das Lymphödem auch durch Schmerzen der gespannten Haut bemerkbar. Um das Entstehen eines Lymphödems zu vermeiden sollte zu viel Wärme, wie etwa in einer Sauna oder bei heißen Bädern, vermieden werden. Auch sollte der Körper nicht überbelastet werden. Die Behandlung eines Lymhödems kann durch eine Entstauungstherapie erfolgen. Die Behandlung umfasst Lymphdrainage, Kompressionstherapie, Bewegungstherapie, sportliche Aktivitäten und Maßnahmen zur Hautpflege. Sie kann sowohl ambulant als auch bei einem stationären Krankenhausaufenthalt erfolgen. Zur Vermeidung bzw. Verringerung einer Armschwellung ist es sinnvoll, den Arm vor allem im Liegen auf einem Kissen zu lagern so, dass er über der Herzebene liegt - damit kann das Blut und ein Teil der Lymphe besser abfliessen. Die Kleidung sollte so gewählt werden, dass sie sich leicht an- und ausziehen lässt. Blusen und Jacken zum Aufknöpfen sind meist geeigneter als Pullover. Auch Büstenhalter können den Lymphabfluss behindern und so zur Entwicklung eines Lymphödems beitragen.
Leben mit der Krankheit
Auch nach einer erfolgreichen Behandlung des Brustkrebses bleibt die Patientin in einer schwierigen Situation. Spätestens jetzt ist es wichtig, sich mit der Tatsache auseinander zu setzen, dass das Leben nun einen anderen als den früher gewohnten Gang nehmen wird.
Seelische Probleme sind häufig, einerseits durch die Krankheit und die Behandlung selbst, andererseits haben viele Frauen auch nach einer erfolgreichen Behandlung Angst vor einem neuerlichen Auftreten des Krebses. Oft entstehen dadurch Schlafstörungen. Es ist wichtig diese Ängste anzunehmen und sie in eine positive Richtung zu lenken. Dabei ist kann auch professionelle Hilfe notwendig sein.
Bei einigen Patientinnen treten im Laufe der Zeit Depressionen auf. Sowohl für die Patientin als auch für nahestehende Personen ist wichtig, mit einer solchen Situation zu rechnen, sich ihr zu stellen und Hilfe zu suchen. Gespräche mit Angehörigen, Freunden oder auch einem geschulten Psychotherapeuten können helfen, Ordnung in die Gedanken zu bringen.
Aber auch die geringere Leistungsfähigkeit macht vielen Frauen Probleme und führt oft zu Anspannung und Nervosität. Durch Selbstuntersuchungen oder Bewegungstherapien kann sie einen Teil der Kräfte wieder zurückgewinnen. Die körperliche Betätigung sich aber auch positiv auf die emotionale Seite aus.
Sexuelle Probleme
Da bei der Operation ein umfangreicher Eingriff in einem für Frauen besonders sensiblen Bereich erforderlich ist, fühlen sich viele Patientinnen danach nicht mehr als "richtige Frau". Gerade in der Beziehung mit dem Partner ist es wichtig, offen über das Problem zu reden. Viel Geduld und Verständnis sind auf beiden Seiten notwendig. Das Gespräch mit dem behandelnden Arzt oder mit einem Psychoonkologen können sehr hilfreich sein.
Gelegentlich ist eine Brustrekonstruktion nicht möglich. Es gibt aber zahlreiche Prothesen so dass durch die der Verlust der Brust nach außen hin nicht sichtbar ist. Es ist empfehlenswert, bei Wahl der Brustprothese ihre Wirkung unter verschiedenen Kleidungsstücken auszuprobieren. Wichtig ist, das die Prothese gut sitzt und sich bequem anfühlt. Außerdem sollte das Aussehen von einer Vertrauensperson beurteilt werden. Unter Umständen sind auch Anpassungen der Prothese notwendig.
Isolation vermeiden
Da die Behandlung von Brustkrebs meist über ein halbes Jahr dauert und sie sehr belastend ist, ziehen sich viele Frauen bewusst oder unbewusst in sich zurück. Es ist wichtig diesen Teufelskreis zu durchbrechen und die Kontakte in dieser Zeit auch mit nicht betroffenen Menschen aufrecht zu erhalten.
Aber auch der Kontakt zu ebenfalls von der Krankheit betroffenen Frauen, etwa im Rahmen von Krebs-Selbsthilfegruppen, ist oft hilfreich.
Nach Abschluss der Behandlung ist es bisweilen nicht mehr möglich, weiter im früheren Beruf tätig zu bleiben. Vor allem körperlich belastende Tätigkeiten sind für die meisten Patientinnen nicht mehr zumutbar. Durch Anpassungen des Arbeitsplatzes kann jedoch in vielen körperlich nicht belastenden Berufen die Arbeit wieder aufgenommen werden.
Sollte es nicht möglich sein, den Beruf wieder auszuüben, ist es dennoch wichtig, dass die Patientin einen Teil ihres früheren Alltags aufrecht erhält, um Selbstwertgefühl und soziale Kontakte zu behalten.
Es ist wichtig angebotene Hilfe auch in Anspruch zu nehmen.
Die Schmerzen besiegen
Kann der Krebs nicht besiegt werden, entstehen durch das Tumorwachstum und durch das Wachstum der Metastasen meist Schmerzen. Doch nur selten sind die Schmerzen stärker als jedes Medikament - eine gut ausgewogene Krebsschmerztherapie kann da viel ausrichten, ohne zusätzlichen Schaden anzurichten.
Physikalische Medizin und eine Selbstuntersuchungen können die Beschwerden ebenfalls lindern.
Betreuung zu Hause
Viele Erkrankte wünschen sich eine Betreuung und Pflege in den eigenen vier Wänden.
Ihnen stehen finanzielle Leistungen und fachliche Unterstützung zu (Pflegeversicherung). Wenn die persönlichen Selbstuntersuchungen stimmen, ermöglicht die Zusammenarbeit mit einem ambulanten Pflegedienst eine optimale pflegerische Betreuung auch außerhalb der Klinik. Wer für eine gute Organisation der Pflege sorgt und sich das nötige Wissen über die Pflegepraxis aneignet, kann die Belastungen in Grenzen halten. Dazu trägt auch eine individuelle Anpassung der Wohnung bei.