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Medikamente: Was ältere Menschen darüber wissen sollten

 


Medikamente wirken bei alten Menschen anders: Die Veränderungen der Organe im Alter haben zur Folge, dass Wirkstoffe durch die alternden Organe anders aufgenommen und abgebaut werden. Daher verbleiben sie unter Umständen wesentlich kürzer oder wesentlich länger im Körper als bei jüngeren Erwachsenen.

 

Dazu kommt, dass Menschen über 60 im Durchschnitt drei und mehr Medikamente gleichzeitig über einen längeren Zeitraum hinweg einnehmen müssen. Bei vielen sind es weniger, dafür bei vielen auch mehr. Nicht verwunderlich, dass es zu zahlreichen Wechselwirkungen zwischen den Medikamenten kommen kann. Werden diese Wechselwirkungen nicht als solche erkannt, dann hat das üblicherweise zur Folge, dass gegen die neuen Beschwerden wieder neue Mittel verschrieben werden, wodurch sich mit der Zeit die Problematik hochschaukelt.
Oftmals haben aber die behandelnden Ärztinnen und Ärzte die Information und den Überblick darüber gar nicht, was ihre Patientinnen und Patienten so alles schlucken. Schließlich gibt es eine Menge Präparate gegen kleinere Wehwehchen und Symptome auch rezeptfrei in der Apotheke.
Viele alte Menschen sind aber nicht nur beim Hausarzt in Behandlung, sondern zusätzlich bei einem oder mehreren Fachärzten, die womöglich ebenfalls alle ein bis zwei Arzneimittel verschreiben. Am Ende hat keiner der Beteiligten mehr den Überblick über den tatsächlichen Konsum von Wirkstoffen.
Es ist daher sehr ratsam, eine Liste über sämtliche Mittel, die regelmäßig eingenommen werden, zu führen und diese Liste auch immer wieder beim Arztbesuch mitzubringen und bei neu auftretenden Beschwerden daran zu denken, dass es sich um die Neben- oder Wechselwirkung von bereits eingenommenen Mitteln handeln kann.
Aber nicht nur die Mischung von zahlreichen Arzneimitteln sollte hin und wieder auf ihre Sinnhaftigkeit überprüft werden, sondern auch die Dosierung - und zwar sowohl die verschriebene als auch die tatsächlich eingenommene. Dabei sind sowohl eine zu hohe als auch eine zu niedrige Dosierung problematisch.
So sind beispielsweise Antidepressiva bei Depressionen in der Lage, die Lebensqualität entscheidend zu verbessern. Allerdings müssen viele dieser Medikamente längerfristig (einige Wochen lang) eingesetzt werden, bevor die Wirkung überhaupt einsetzt. Wird das Mittel zu früh abgesetzt oder zu gering dosiert, führt das dazu, dass die Betroffenen sich nicht besser fühlen, sondern allenfalls schlechter, weil sie zusätzlich unter Nebenwirkungen leiden. Andere Mittel werden wiederum häufig zu hoch dosiert eingenommen, wenn außer Acht gelassen wird, dass die Wirkstoffe beim alten Menschen unter Umständen länger und in höheren Dosen im Körper verbleiben können, weil etwa die Nierenfunktion bei ihnen herabgesetzt ist, vor allem wenn dann noch zu wenig getrunken wird.

Redakteur

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Zuletzt Aktualisiert

13.02.2007

Experten

OA Dr. med. Heidemarie Abrahamian (Innere Medizin)
Univ. Prof. DDr. Jürgen Bengel (Psychologie)

Diese Informationen können den Besuch beim Arzt nicht ersetzen, sondern können Ihnen helfen, sich auf das Gespräch mit dem Arzt vorzubereiten. Eine Diagnose und die individuell richtige Behandlung kann nur im persönlichen Gespräch zwischen Arzt und Patient festgelegt werden.